Ausbildung zum/zur Boxtherapeut*in
Qualität erkennen Zukunft gestalten
Die Weiterbildung im Therapeutischen Boxen gewinnt zunehmend an Bedeutung sowohl im klinischen als auch im ambulanten Bereich. Gleichzeitig wächst die Zahl der Anbieter. Deshalb ist es wichtig, bei der Wahl einer Ausbildung genau hinzusehen.
Der Deutscher Fachverband für Therapeutisches Boxen (DFWTB) setzt sich für fachliche Qualität, ethische Standards und eine verantwortungsvolle Entwicklung des Therapeutischen Boxens ein.
Worauf Sie bei einer guten Ausbildung achten sollten
Fachliche Qualität statt Schnellzertifikate
Eine seriöse Ausbildung besteht nicht nur aus reiner Anwesenheit. Hochwertige Weiterbildungen zeichnen sich durch fundierte Theorie, intensive Praxis und überprüfbare Kompetenz aus.
Wichtige Qualitätsmerkmale sind:
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schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen
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fachlich qualifizierte Dozent*innen
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wissenschaftlich orientierte Inhalte
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klare ethische und rechtliche Grundlagen
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Praxisnähe und Selbsterfahrung
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Trauma- und stresssensible Arbeitsweise
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kleine Lerngruppen und persönliche Begleitung
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Supervision und Reflexion
Ein echtes Fachzertifikat sollte immer einen nachvollziehbaren Leistungsnachweis beinhalten, nicht nur die Teilnahme an Unterrichtsstunden.
Was eine gute Ausbildung vermitteln sollte
Theorie und Fachwissen
Eine fundierte Ausbildung vermittelt unter anderem Kenntnisse in:
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Grundlagen des Therapeutischen Boxens
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Psychologie und Kommunikation
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Trauma- und Stressverständnis
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Körpersprache und Beziehungsarbeit
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Deeskalation und Emotionsregulation
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Gruppendynamik
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Motivation und Ressourcenarbeit
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Kontraindikationen und Sicherheitsaspekte
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rechtliche Rahmenbedingungen
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professionelles Rollenverständnis
Praxis und Selbsterfahrung
Therapeutisches Boxen ist eine körperorientierte Methode. Deshalb gehört praktische Erfahrung zwingend dazu:
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Arbeit am Sandsack und mit Pratzen
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Körperwahrnehmung und Haltung
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therapeutische Übungen
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Gruppenleitung
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praktische Fallarbeit
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Selbsterfahrung und Reflexion
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Anleitung von Einzel- und Gruppensettings
Nur die Verbindung aus Theorie, Praxis und Persönlichkeit schafft Sicherheit im späteren Berufsalltag.
Einsatzmöglichkeiten nach der Ausbildung
Die Weiterbildung eröffnet vielfältige Möglichkeiten immer im Rahmen der jeweiligen Grundqualifikation und gesetzlichen Vorgaben.
Klinischer Bereich
Therapeutisches Boxen wird zunehmend eingesetzt in:
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psychosomatischen Kliniken
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psychiatrischen Einrichtungen
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Rehabilitationszentren
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Schmerzkliniken
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Suchttherapie
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Traumatherapie
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Kinder- und Jugendpsychiatrie
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stationären Wohngruppen
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Einrichtungen der Eingliederungshilfe
Mögliche Schwerpunkte:
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Emotionsregulation
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Stressbewältigung
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Aggressionskontrolle
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Selbstwertförderung
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Körperwahrnehmung
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soziale Kompetenzen
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Bewegungs- und Gruppentherapie
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Ressourcenaktivierung
Ambulanter Bereich
Auch ambulant gibt es zahlreiche Einsatzmöglichkeiten:
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therapeutische Praxen
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Coaching und Beratung
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Gesundheitsförderung
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Präventionsangebote
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Kinder- und Jugendhilfe
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Arbeit mit Menschen mit Behinderung
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Seniorenarbeit
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soziale Projekte und Vereine
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Einzel- und Gruppentraining
Therapeutisches Boxen kann dort unterstützend eingesetzt werden, beispielsweise zur Förderung von Stabilität, Selbstwirksamkeit, Bewegung, Struktur und psychosozialer Teilhabe.
Verantwortung und Professionalität
Der DFWTB steht für eine verantwortungsvolle Entwicklung des Therapeutischen Boxens.
Dazu gehören:
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fachliche Standards
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transparente Ausbildungsstrukturen
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ethisches Arbeiten
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klare Abgrenzung zu Heilversprechen
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Schutz und Sicherheit der Teilnehmenden
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interdisziplinäre Zusammenarbeit
Denn Therapeutisches Boxen bedeutet nicht „Härte“, sondern professionelle Beziehungsarbeit durch Bewegung, Struktur, Körpererfahrung und Begegnung.
Unser Verständnis
Therapeutisches Boxen ist mehr als Sport.
Es kann Menschen helfen, wieder Zugang zu ihren Ressourcen, ihrem Körper und ihrer Selbstwirksamkeit zu finden – professionell begleitet, respektvoll umgesetzt und fachlich fundiert.
Qualitätsmerkmal Abschlussprüfung
Warum Ihr Zertifikat echten Wert hat
Auf dem Weiterbildungsmarkt bestehen erhebliche Qualitätsunterschiede. Manche Anbieter vergeben sogenannte „Zertifikate“ bereits für die reine Teilnahme an einer Fortbildung ohne theoretische oder praktische Leistungsüberprüfung.
Ein qualifizierendes Fachzertifikat sollte jedoch den erfolgreichen Nachweis erworbener Kenntnisse und praktischer Kompetenzen dokumentieren. Ohne Leistungsnachweis handelt es sich fachlich häufig eher um eine Teilnahmebescheinigung als um einen qualifizierten Abschluss.
Nach den allgemeinen Grundsätzen der beruflichen Weiterbildung sowie den Vorgaben des deutschen Zivilrechts (§§ 133, 157 BGB – Auslegung nach objektivem Empfängerhorizont) darf die Bezeichnung „Zertifikat“ bei Teilnehmenden und Dritten regelmäßig die Erwartung wecken, dass eine überprüfbare Qualifikation festgestellt wurde. Erfolgt keine Leistungsüberprüfung, kann dies im Einzelfall wettbewerbs- oder irreführungsrechtlich problematisch sein (§ 5 UWG – Irreführende geschäftliche Handlungen).
Wichtiger Hinweis
Die Weiterbildung „Diplomierter Box-Therapeut“ beziehungsweise „Diplomierte Box-Therapeutin“ stellt keine staatlich anerkannte Berufsausbildung im Sinne des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) dar und ersetzt keine Approbation oder Heilerlaubnis nach deutschem Recht. Die Ausübung heilkundlicher Tätigkeiten bleibt den jeweils gesetzlich zugelassenen Berufsgruppen vorbehalten.
Die Weiterbildung dient der fachlichen Zusatzqualifikation im Bereich bewegungs- und sportorientierter Methoden innerhalb präventiver, pädagogischer, psychosozialer oder therapeutisch begleitender Arbeitsfelder.